Der Vagabund

In Gefilden frommer Sehnsucht

verkehrt der freie Freigeist

nicht nur um sich selbst kreist

lieber hemmungslos ent-gleist

Sorgenlos umherirrend

verwirrend dahinläuft, ersäuft

im Bad der Gefühlsekstase

die Blase die nie platzt

verschmatzt rollt und rollt

sich ergießend austrollt, 

gewollt sich verliert, ausprobiert

am Trank der Hingabe

sich auflöst in ätherische Gase

der Zenit der Ekstase, ein Gerase

in der Zeitmaschine

ohne Sinn und Ziel, ein

bedeutungsloses Exil

Gewinnt man, so verliert man auch, 

verliert man, so vibriert 

man auch, tänzelnd,

glänzend, unbegrenzt, sich ergänzend

Frei dahin, frei daher, ganz gleich ob wo und wer, 

immer mehr, immer mehr, so grenzenlos, so sehr

im Garten Eden, am beben,

am Zittern, am Wittern

nach noch mehr Rausch

noch mehr Vielfalt, noch mehr 

Tiefe im Zauberwald

Kein Ende in Sicht, keine Ruhe 

im Gesicht

bis das Licht des Universums

dich durchfährt, dir erfährt, 

dich überfährt und erblindet

bis die Angst in dir schwindet

und du Eins bist mit dir Selbst

und erhellst

an der Erkenntnis, dem Geständnis

das alles stets passiert 

und du zuschaust

und die Wahl hast

ob du wegläufst, das Leben verpasst

Oder hier bist

(und dich letztlich trotzdem verpisst)

jedoch nichts im Leben misst.

04.08.2019